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Keine Angst vorm Assessment-Center – So bereitet ihr euch richtig vor!

Prüfung! Vorträge vor Fremden! Gruppenarbeit! Ständige Beobachtung und Analyse meiner Person – klingt unangenehm. Ist es (für viele) auch! Allerdings kommt man heutzutage kaum mehr drum herum und man muss diese Hürde überwinden, um seinen Traumjob zu bekommen. Laut der aktuellen Studie „Jobtrends 2014“ vom Staufenbiel Institut lädt ein Viertel der 249 befragten Unternehmen seine Bewerber in ein Assessment Center ein.

Konkret geht es beim Assessment Center – kurz AC – um das Verhalten der Bewerber in verschiedenen Situationen, das Herangehen an komplexe Aufgaben, um ihre Art der Zusammenarbeit und Durchsetzung eigener Interessen und damit schlicht, ob sie zu der vom Unternehmen zu besetzenden Position und die herrschende Unternehmenskultur passen. Die fachliche Qualifikation wird dabei meistens schon vorausgesetzt.

Super…die erste Hürde im Bewerbungsprozess ist also überwunden. Doch was tun, wenn man anschließend zu einem Assessment-Center eingeladen wird? Einfach Tee trinken und abwarten? Ganz falsch!

Das AC gilt mitunter als eine Art „Wunderwaffe“ in der Personalauswahl. Ein Selbstläufer ist es für Bewerber allerdings oft nicht. Mit einer guten Vorbereitung könnt ihr definitiv eure Chancen für den angestrebten Job erhöhen! Eines jedoch schon vorweg: Seid authentisch und natürlich! Mit Schauspielerei, einem unglaubwürdigen Auftritt oder aufgesetztem Verhalten könnt ihr niemanden überzeugen. Trotzdem solltet ihr ein AC nicht einfach auf euch zukommen lassen, sondern euch gut vorbereiten. Wer uninformiert erscheint, Mitarbeitergespräche ohne Kommunikationstechniken, seine Selbstpräsentation ohne ein klares berufliches Profil, Gruppendiskussionen ohne Moderationswissen und Vorträge unstrukturiert angeht, verliert. Die gründliche Auseinandersetzung mit den strategischen Zielen des Unternehmens, typischen Aufgaben, häufigen Fehlern und überzeugenden Argumentationsstrukturen hilft euch dabei, ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Die folgenden vier Schritte sollen dabei helfen, euch gut vorzubereiten und (typische) Fehler zu vermeiden.

1. Recherche, Recherche, Recherche…

Vor dem Test solltet ihr zunächst gründlich recherchieren und wichtige Informationen und Daten über das Unternehmen herausfinden. Darunter zählen beispielsweise die Geschichte des Unternehmens, maßgebliche Personen, wichtige Produkte und die strategischen Ziele der Firma. Die Marktposition, Mitbewerber, Kundenstruktur, Auslandsmärkte, Wachstumsfelder, Aktienkurse, Leitbild und Firmenphilosophie (Unternehmenskultur) sind ebenso von Bedeutung. Diese Informationen finden sich u. a. auf der Firmenwebsite, in den
Imagebroschüren und bei Verbänden der Branche. Hilfreich ist es auch, mit Mitarbeitern aus dem Unternehmen zu sprechen. Vielleicht habt ihr sogar auch Kommilitonen, die bereits an einem AC teilgenommen haben und Informationen über die Aufgaben geben können. Fündig wird man natürlich auch in Internetforen. Auch wenn sich die Aufgaben von Zeit zu Zeit ändern, könnt ihr dennoch erfahren, welche Übungen das Unternehmen bevorzugt verwendet und auf welche Themen es besonderen Wert legt. Diese Informationen lassen sich oft direkt im Assessment-Center verwerten. So könnt ihr in einer Gruppendiskussion beispielsweise über künftige Marktstrategien auf die Zielgruppen hinweisen, in einem Vortrag zum Führungsverständnis auf das Wunschbild des Unternehmens eingehen oder in Kundengesprächen besondere Unternehmensstärken herausstellen. Manchmal ist auch die Personalabteilung bereit, die geplanten Übungsbestandteile zu nennen. Manche Unternehmen teilen dies den ausgewählten Kandidaten bereits in der Einladung mit und einige nennen sogar konkrete Übungsaufgaben, andere sind dafür eher zurückhaltender. Für den Tag des Eignungstests gilt prinzipiell alles, was ohnehin schon für ein normales Vorstellungsgespräch zutrifft. Die Kleidung und das Auftreten sollten dem Anlass und der Position, um die man sich bewirbt, angemessen sein. Es ist ganz normal, wenn ihr aufgeregt seid, eine übergroße Angst würde euch aber eher schaden, ebenso wie demonstrative Lockerheit.

 

2. Anforderungen erkennen

Die zentrale Frage im AC ist, was wollen die Beobachter – auch Assessor genannt – über mich herausfinden? Es ist besonders wichtig, dass ihr euch über die Anforderungen klar werdet, die in den verschiedenen Übungen an euch gestellt werden. Dabei gibt es ein
übergreifendes Leitbild, an dem ihr euch grob orientieren könnt: Meistens setzt sich nämlich der unternehmerisch denkende, entscheidungsfreudige und stressresistente Teamplayer durch. Natürlich gibt es bei diesem Leitbild auch Abweichungen. Je nach angestrebter Position rücken unterschiedliche Soft Skills in den Fokus Bei Positionen im Außendienst wird z. B. ein höheres Durchsetzungsvermögen verlangt, bei Projektleitern kommt es eher auf das Kooperationsverhalten an.

3. Soft Skills verbessern

Wer von euch bereits im Berufsleben steht, weiß, wie wichtig Weiterbildung auch außerhalb des fachlichen Bereiches ist. Im AC werden eure sozialen Kompetenzen – die sogenannten Soft Skills – geprüft. Wer seine Soft Skills in Gesprächsführung, Vortrags- und Präsentationstechniken ausbaut, wird es leichter haben. Es geht im Assessment-Center – und natürlich auch im Berufsleben – nämlich darum, sich situationsangemessen zu verhalten, und das solltet ihr vorher auf jeden Fall üben. Sehr empfehlenswert sind z. B. Rhetorikseminare. Eure Vorbereitung sollte sich demzufolge nicht auf das Auswendiglernen bestimmter Antworten oder Verhaltensweisen konzentrieren. Orientiert euch vielmehr an dem o. g. Leitbild: Ihr werdet viele Pluspunkte sammeln, wenn ihr unternehmerisch denken könnt und bei euren Argumentationen die Kosten im Blick behaltet oder eindeutige Empfehlungen für eine Strategie aussprecht.

 

4. Übung macht den Meister

Um nicht nur inhaltlich gut vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, zur Vorbereitung schon einmal die Testaufgaben unter Zeitdruck zu lösen. Zudem solltet ihr wissen, dass die Tests und Probearbeiten häufig bewusst so gewählt sind, dass sie in der vorgegebenen Zeit nicht umfänglich gelöst werden können. Außerdem kann es euch helfen, eure Familien oder gute Freunde nach einer Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen zu bitten. Wenn man dazu bereit ist, die gut gemeinte Kritik vertrauter Personen anzunehmen, gibt das Sicherheit und Selbstvertrauen für die Auseinandersetzung mit Mitbewerbern und die Begegnung mit dem Unternehmen.

Seid ihr nun fit fürs Assessment Center? Testet euch!

Adzuna wünscht euch viel Erfolg im Bewerbungsprozess! Hier könnt ihr nun euren Traumjob finden.

Aufgaben im Assessment Center

AC Wissen Test vom Manager Magazin