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Eine Jobmarktanalyse- Deutschland und die UK: Ein Überblick der betroffenen Industrien der Coronakrise

Obgleich in vielen europäischen Ländern die Restriktionen langsam aufgehoben werden und in Deutschland versucht wird in das ‘Neue Normal’ zurückzukehren, sind die Auswirkungen in vielen Job-Industrien noch immer deutlich spürbar. Viele Berufskategorien sind stark von den Nachwirkungen der Ausgangssperre betroffen und dies ist messbar, wie die Jobsuchmaschine Adzuna basierend auf ihren Daten, beginnend mit der ersten Woche der Ausgangssperre bis aktuell der Corona-Krise verzeichnen konnte.

Deutschland hat in den letzten Wochen einen starken Einbruch der vereinzelten Jobkategorien verzeichnen können, im Vergleich zum Beginn des Jahres (Woche 1. bis 24.). Einige der Sektoren wie Stellen im Finanzwesen/ Buchhaltung sowie der IT haben mit einem Abfall von jeweils -14.7% und -11.4% die Rezession verhältnismäßig milde getroffen. Auch Stellen in Handel und Bau (- 12.1%) sowie Stellenausschreibungen im Kundenservice (-12.6%) konnten den Einbruch besser abfedern. Am stärksten leidet noch immer Charity/ Ehrenamtliche Arbeit mit einem Abfall von -71.9%, eng gefolgt vom Einzelhandel mit – 56.4%. Adzuna stellt ebenfalls fest, dass Bereiche wie Public Relations (-51.1%) sowie Jobs im Rechtswesen (-39%) um fast die Hälfte gesunken sind. Die Anzahl der verfügbaren Jobs im Reisesektor ist im gleichen Zeitraum um knapp 42% gesunken. Diese Nachricht kommt, nachdem die in Schwierigkeit geratene Fluggesellschaft Lufthansa ankündigt, dass 26.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten, wenn sie nicht im Rahmen einer staatlichen Rettungsaktion in Höhe von 9 Mrd. EUR umstrukturiert wird.

Großen Aufschwung erleben derzeit Absolventen Jobs mit einem starken Anstieg um 80.4%. Neben vielen Angeboten im Gesundheitswesen (35.8%) sowie im Bereich Sozialarbeit (48.7%), sind vor allem Berufe im Bereich Energie und Nachhaltigkeit um 22.5% gestiegen.

 

Vergleichsweise dazu, leiden in Großbritannien vor allem die Teilzeitbeschäftigungen stark unter dem Ausgehverbot, die in Deutschland, laut Adzunas Daten, keinen signifikanten Einbruch erlitten haben. Der Abschwung bedeutet nach den neuesten Untersuchungen ein Verlust von 67.6% bei Teilzeitstellen in insgesamt 24 Wochen. Dies ist der schnellste Fall in Großbritannien in über 8 Jahren.

Der rapide Abfall dürfte ArbeitnehmerInnen in der UK mit niedrigem Einkommen im ganzen Land überproportional treffen, wobei der durchschnittliche Teilzeitlohn stundenweise deutlich niedriger ist, als der Vollzeitlohn. Auch bei den Absolventen Angeboten lässt sich hier ein klarer Unterschied zu Deutschland erkennen. Mit einem Fall von -78.8% sind die Ausschreibungen der Absolventen im gleichen Zeitraum gesunken und haben 11.674  ausgeschriebene Positionen verloren. Dies geht aus einer kürzlich durchgeführten YouGov-Umfrage hervor, bei der festgestellt wurde, dass fast zwei Drittel der Studenten, die sich dem Abschluss nähern, ihre Bewerbung wegen der Coronavirus-Pandemie pausiert oder zurückgezogen haben. Auch Berufe in der Energiebranche scheinen, anders als in Deutschland, einen starken Abfall in Großbritannien zu erleben (-79%). Als möglicher Grund sei zu erwähnen, dass sich die UK noch immer hinter Deutschland befindet, bezüglich der Lockerungen und Aufhebungen der Restriktionen, denn erst am 15. Juni wurden nicht- essentielle Geschäfte wiedereröffnet.