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Diversität in der Arbeitswelt: Wie genderfreundlich sind deutsche Stellenausschreibungen?

Passend zum Woman’s Equality Day der an den 26. August 1920 errinert, als die Stimmen für Frauen offiziell Teil der US-Verfassung wurden, markiert dieser Tag einen Wendepunkt in der Geschichte des Kampfes für die Gleichstellung von Frauenrechten. Nah einhergehend mit dieser Debatte ist ebenfalls die genderneutrale Ansprache von Jobausschreibungen in der heutigen Arbeitswelt. Die Jobsuchmaschine Adzuna ist demnach noch einen Schritt weiter gegangen und hat im Zuge dessen eine Analyse gestartet und herausgearbeitet, wie genderfreundlich die deutschen Stellenanzeigen wirklich sind.

Laut einr Publikation der Antidiskriminierungsstelle des Bundes von 2018 sollen Stellenauschreibungen durch die genderfreie Ansprache die Vielfalt und Diversität von Unternehmen fördern. Im Gegenzug kann eine nicht gendergerechte Sprache bestimmte Gruppen entmutigen lassen, sich auf eine Stellenausscheibung zu bewerben. Durch eine neutrale und AGG- konforme Verwendung (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) wird Chancengleichheit im Arbeitsmarkt geschaffen, die jedes Geschlecht inkludiert.

Die Jobsuchmaschine Adzuna analysiert alle Jobtitel sowie Beschreibungen ihrer Plattform in Deutschland nach verschiedenen Jobkategorien hinweg. Als Indikator einer genderneutralen Anwendung hat Adzuna das Keyword „(w/m/d)“ auf seine Häufigkeit in dessen Stellenanzeigen analysiert. Das „d“ bei (m/w/d) steht für „divers“ und weist auf ein drittes Geschlecht hin. Unternehmen zeigen damit auf, dass Sie im Sinne des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) Bewerber nicht diskriminieren, die sich nicht eindeutig eines männlichen oder weiblichen Geschlechts zuordenen lassen möchten oder können.

Bei der Analyse wurden alle Jobkategorien im Jahre 2019 (Januar bis Dezember) und die zur Verfügung stehenden Daten in 2020 (bis Monat August) gegenübergestellt. Adzuna stellt fest, dass im Jahre 2019 vorallem die Stellenanzeigen in der Rubrik Finanzen und Buchhaltung (75.6%), Kundenservice/Kundendienststellen (79.1%), sowie Berufe im Bereich der Logistik/Lagerhaltung (81.3%) einen hohen Anteil der genderfreundlichen Anzeigen aufwiesen. Dies könnte damit zu erklären sein, dass diese Berufe historisch betrachtet eher Männer dominiert sind und Diversität, anders als in anderen Kategorien, noch stärkere Beachtung findet. Auch Stellen in HR und Recruitment, mit anteilig 78.2%, sowie Ausschreibungen im Rechtswesen mit 79.2%, setzten stark auf die Diversität Ihrer Bewerber. Stellenanzeigen für Hochschulsabsolventen dagegen gehören mit 46.8% vergleichweise zu den Kategorien, die diese Diversität nicht in Ihren Stellenausschreibungen reflektieren. Auch Jobanzeigen im Berreich Haushaltshilfen und Reingung bilden mit 20.6% die Kategorie, die diese Bezeichnung am wenigsten in Ihren Jobtiteln verwendet.

Im Jahr 2020 gab es vor allem einen Anstieg im Bereich Ingenieurswesen mit 83.9%, sowie Handel und Bau mit 87.0%. Auch in Jobkategorien wie dem Finanzwesen mit 85.2%, sowie Logistik mit 87.7% gab es eine weitere Zunahme, die noch im Jahre 2019 darunter lagen. Diejenigen Kategorien, die die Diversität am wenigsten in Ihren Stellenanzeigen in 2020 vertritt, aber vergleichweise immernoch mehr als in 2019, sind mit 58.4% Graduate Jobs und Berufe in der ehrenamtlichen Arbeit mit 49.4%.

Betrachtet man 2019 und 2020 insgesamt, lässt sich besonders ab der zweiten Jahreshälfte im Jahr  2019 über alle Jobkategorien hinweg einen Anstieg des Gebrauchs von (w/m/d) in den deutschen Stellenausschreibungen feststellen, welcher stetig in 2020 zunimmt. Grund hierfür könnte unter anderem nicht nur die relevante und hochaktuelle Debatte der Gendergleichberechtigung im Arbeitsumfeld sein und das Gender Pay Gap, sondern wolmöglich auch der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 2017 (Az 1 BvR 2019/16), nachdem es künftig Pflicht sein soll, neben den Geschlechtsbezeichnungen männlich und weiblich, auch eine dritte Variante anzugeben.