Wie geht’s nach dem Studium weiter? Besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit wächst der Druck, die richtige Anstellung nach dem Studium zu finden. Während deutsche Studenten in der Vergangenheit vornehmlich Wert auf Aufstiegschancen und hohe Gehälter legten, scheint inzwischen vielen Berufseinsteigern ein ausgeglichenes Lebens-Arbeits-Verhältnis ebenso wichtig zu sein. Durch die berufsbedingte Völkerwanderung innerhalb der EU, gibt es allerdings auch unter graduierten Berufseinsteigern ein eklatantes Gefälle bei den Gehaltsvorstellungen. Ein Eidgenössischer Absolvent erwartet immerhin stolze 56.000 Euro Jahresgehalt, während ein Bulgare nur mit rund 6.800 Euro rechnen kann. Deutschland belegt Rang vier bei den Gehaltswünschen der Absolventen in Europa.
Die richtige Strategie
Zunächst sollte man sein Ziel möglichst genau definieren und nach Unternehmen suchen, die spezielle Ausbildungsprogramme für Hochschulabsolventen anbieten. Es erscheint müßig, die Frage beantworten zu wollen, welche Firmen und Konzerne dazu die besten Möglichkeiten bieten, denn das ist eigentlich der zweite Schritt. Je detaillierter die Vorgaben für das Berufsziel sind, desto leichter wird die Auswahl, das richtige Angebot zu finden.
Graduierten-Ausbildung bietet ideale Chancen praxisnahe Erfahrungen zu sammeln, die man im weiteren Berufsleben braucht. Zudem wird diese Art der Zusatzausbildung von den Firmen auch entsprechend vergütet.
Die Bewerbungen für das kommende Jahr gehen inzwischen schon in die Endrunde, also gilt es, keine Zeit mehr für eine rechtzeitige Bewerbung zu verlieren.
Angebot und Nachfrage
Besonders gefragt sind Ausbildungsplätze in Unternehmen, die einen interessanten Aufgabenbereich mit attraktiven Produkten und Serviceleistungen bieten. Ebenso beliebt sind Offerten, die Selbstständigkeit und einen lebendigen Standort verheißen. Vom zukünftigen Ausbildungsbetrieb wird in erster Linie ein gutes Image in der Branche erwartet, wie es die Ranking-Plätze von Google, BMW und der Max-Planck-Gesellschaft widerspiegeln.
Die folgende Grafik gibt etwas Aufschluss darüber, wie sich die Trends der Jobsuchenden schon in einem Jahr verändern können. So erreichte Audi innerhalb eines Jahres Platz 1, während die Ingolstädter im Vorjahr nicht einmal unter die ersten 50 kamen. Sicher ist eigentlich nur ein Trend abzusehen: Während die branding- und imagebewußte Automobilbranche (außer Daimler Chrysler) am „Standort Germany“ auf dem Vormarsch ist, gelten die Energiekonzerne, E.on (von 23 auf 38), RWE (von 38 auf 55) und EnBW (von 72 auf 88), als die großen Verlierer. Die Ursachen dafür liegen oft in wenig transparenter Personalpolitik, mangelhafter Imagepflege und schlechten wirtschaftlichen Prognosen. Doch genaugenommen, müsste man für jedes Studienfach eine eigene „Hitliste“ erstellen. Naturgemäß setzt jemand mit einem abgeschlossenen Studium in Bio-Chemie einen anderen Favoriten auf Platz Eins, als ein Informatiker, und ein Ex BWL-Student wird sich zwischen einer Graduiertenstelle bei KPMG, oder Siemens, seinem beruflichen Endziel entsprechend entscheiden.

Etwas Statistik
Informatik Aus diesem Bereich strömen etwa von 16.000 Absolventen aus den Hochschulen, von denen etwa zwei Drittel weiter studieren.
Betriebswirtschaft Die Fachhochschulen und Unis zählen zurzeit fast 100.000 Studenten. Die Anzahl hat sich in 10 Jahren verdoppelt.
Volkswirtschaft 86.000 Studenten haben sich an Unis und Fachhochschulen zu diesem Studiengang eingeschrieben. Doch ebenso wie bei den BWLern liegt der Anteil der Arbeitslosen unter den jüngeren Jobsuchenden bei fast 60 %.
Wer bietet was? Aktuelle Stellenangebote für Graduierte / Absolventen:
Das weltweit beliebteste Unternehmen der Jobsucher, bietet spezielle Arbeitsplätze für Graduierte in den Bereichen Technical und Sales & Administration an den Standorten Berlin Düsseldorf Frankfurt Hamburg Munich an. Detaillierte Information hier
Die Firmengruppe mit den Marken BMW, Mini und Rolls Royce bietet für Hochschulabsolventen Jobs und Ausbildungsplätze in folgenden Bereichen: Auslandspraktikum, Studienabschlussarbeit, Werksstudententätigkeit, Bachelorprogramm, Masterprogramm, Young Professionals Programm. Detaillierte Information hier
An 80 Max-Planck-Instituten wird gezielt wissenschaftlicher Nachwuchs ausgebildet und gefördert. Zurzeit arbeiten etwa 6000 Doktoranden und Postdoktoranden hier. Die Stellenbörse der Gesellschaft bietet Jobs in 13 Fachbereichen. Detaillierte Information hier
Siemens gilt als einer der Weltmarktführer in den Bereichen Industrie, Energie und Gesundheitswesen. In nahezu allen Bereichen findet man Siemens Technologie auf allen Erdteilen. Das Unternehmen zählt 360.000 Mitarbeiter in mehr als 190 Ländern und gilt global als eines der Markenzeichen für „Made in Germany.“ Gesucht werden Absolventen aus den Studienbereichen Elektrotechnik, Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen, (Wirtschafts-)Informatik, Physik oder BWL. Das Unternehmen ist jedoch auch offen für Bewerber aus anderen Fachrichtungen. Detaillierte Information hier
Die internationale Consulting Firma bietet Festeinstieg für Bachelor-Absolventen, Bewerber mit Diplom- oder Master-Abschluss, ein Associate-Programm bietet Hochschulabsolventen mit Promotion, Praktika für „Berater auf Zeit“ mit mindestens zwei Jahren Studienerfahrung und ein Praktikum für Doktorand(inn)en und MBA-Student(inn)en. Detaillierte Information hier
Wer ein technisches oder kaufmännisches Studium erfolgreich abgeschlossen hat, dem bietet der Autohersteller ein spezielles Entwicklungsprogramm für Akademiker. Das Programm läuft über 48 Monate und umfasst zwei Schnittstellenbereiche, bei dem je zwei Teilnehmer ein Tandem bilden, nach ca. zwei Jahren die Stellen tauschen, und nach vier Jahren wieder in Ihre Ursprungsabteilung zurück wechseln. Daneben bietet Audi 8 Duale Studiengänge an Berufsakademien Baden-Württembergs an. Detaillierte Information hier
Neben den Beamtenlaufbahnen bietet das Auswärtige Amt Ausbildung zum Verwaltungs-Fachangestellten sowie die Möglichkeit Studienbegleitender Praktika. Wer sein Hochschulstudium mindestens mit einem Master abgeschlossen hat, kann sich für die Laufbahn des höheren Auswärtigen Dienstes bewerben. Detaillierte Information hier