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DSDSU – Deutschland sucht die Super-Unis

Casting Shows scheinen inzwischen das Seelenfutter der Couch Potatoes zu sein. Ein Auswahlverfahren der besonderen Art ist jedoch die am 23. Juni 2005 beschlossene Exzellenzinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)  und dem Wissenschaftsrat, die in diesem Jahr bereits in die dritte Runde ging. Bei diesem Auswahlverfahren, zu dem sich die Universitäten bewerben müssen, wurden von 550 Gutachtern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit internationaler Erfahrung, drei Elemente (Förderlinen) begutachtet: Graduiertenschule, Exzellenzcluster sowie Zukunftskonzepte. Die endgültige Entscheidung darüber, welche Hochschulen sich bis 2017 als „Elite Universität“ bezeichnen dürfen, trifft ein gemeinsames Gremium aus DFG und Wissenschaftsrat, auf Basis der Gutachterempfehlungen.

Das Fördergeld für die Gewinner stieg seit der ersten Runde 2005/2006, von 1,9 Mrd. Euro. auf 2,7 Mrd. Euro, die  inzwischen über 5 Jahre verteilt werden. Kommentar eines Hochschullehrers dazu: „Ein schöner Nebeneffekt dieser Uni Casting Show ist- man kommt ganz ohne Dieter Bohlen und Heidi Klum aus!“

Dennoch haben diese Veranstaltungen Gemeinsamkeiten. Es gibt ein ganz schönes Gerangel hinter der Bühne, die Gewinner können sich auf ihren Titel nicht auf Dauer berufen und selbst die Juroren (DFG) stehen wegen mangelnder Transparenz und einer rechtlich nicht eindeutigen Position in der Kritik. Denn obwohl hier Milliarden zu 99,7 Prozent von Bund (75%) und Ländern (24,03%)  finanzierte Euro vergeben werden, müssen die Entscheidungen nicht begründet werden und es gibt kein Widerspruchsrecht. Man könnte meinen, die fehlende Begründung für die Ablehnung eines Bewerbers, oder einen Abstieg aus dem Elite-Club, macht es den Unis nicht leicht, ihre Standards zu verbessern.

Auch das Auswahlverfahren ist nicht unbedingt das, was man erwartet wenn Milliarden Summen vergeben werden. Die DFG und der Wissenschaftsrat  teilen die Bewerber Unis in drei Gruppen ein. Abgestimmt wird nach dem Ampel-Prinzip: grün für sichere Kandidaten, rot für Chancenlose und Absteiger und gelb für Bewerber auf der Kippe.

Die Unis müssen in den ersten zwei Förderlinien überzeugen und jeweils den Zuschlag für mindestens ein Projekt bekommen haben, um auch ihr Zukunftskonzept zu platzieren. Nur dann dürfen sie sich Elite Universität nennen.

Seit 15. Juni 2012 stehen die Gewinner und Absteiger der Exzellenzinitiative fest.

Unter insgesamt 39 Universitäten aus 39 Ländern kamen 45 Graduiertenschulen und 43 Exzellenzcluster durch das Auswahlverfahren. Zu den Gewinnern dieser Runde, die von den Gutachtern ausgewählt wurden, zählten die Universitäten FU Berlin, HU Berlin, Bremen, Dresden, Köln, LMU München, TU München, Konstanz, Heidelberg, RWTH Aachen und Tübingen. Die Förderungen beginnen im November diese Jahres und dauern bis 2017. Ob es danach weitere Runden dieser Art geben wird ist zwischen Bund und Ländern noch nicht entschieden.

Es wäre interessant zu wissen, wie Personalchefs künftig Absolventen von „ehemaligen“ Elite-Unis begegnen…