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Hilfe! Mein Chef ist ein „angry bird“!

Als Kinder haben wir in der Schule gelernt, daß theoretisch jeder Präsident werden kann. Aber genau da liegt das Problem, wie man inzwischen erfahren hat. Mit Vorgesetzten ist das leider nicht anders. Nur wenigen Glückspilzen ist es vergönnt, unter einem netten, verständnisvollen und kompetenten Chef zu arbeiten. Der Rest schlägt sich mit selbstherrlichen Bossen herum, auf die Attribute wie cholerisch, egoman, oder dogmatisch, zutreffen. Für solche Personen zu arbeiten gleicht oft einem Spaziergang durchs Minenfeld und es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann man mit einem Chef arbeiten muß, der bereits beim geringsten Anlass explodiert.

Um im täglichen Umgang mit einem aufgebrachten Vorgesetzten zu bestehen, braucht man zunächst vier Dinge: Taktgefühl, Geduld, ein gesundes Maß an Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen. Die Wutausbrüche von Chefs können ebenso vielfältig sein wie deren Charaktere. Die Spanne reicht vom kurz aufbrausenden Sturm im Wasserglas, über wochenlanges Schmollen, bis zu handfesten Beleidigungen gegenüber Untergebenen. Wer sich diesem Stress nicht aussetzen will, dem bleiben zwei Möglichkeiten- die Firma zu wechseln, oder zu lernen mit den Gegebenheiten umzugehen. Hier unsere Tipps zur zweiten Option.

Was Sie im Vorfeld berücksichtigen sollten

 Auge um Auge, Zahn um Zahn, macht blind und sie verlieren den Biss

Wer sich auf einen Kleinkrieg mit seinem Chef einlässt, steht am Ende ziemlich sicher als der Verlierer da.

Machen Sie Aufzeichnungen über die von Ihnen geleistete Arbeit

Schützen Sie sich vor ungerechten Anschuldigungen, indem Sie eine Liste der erledigten Aufgaben mit genauen Datenangaben führen. Allgemeine Anschuldigungen wie Vergesslichkeit, Leerlauf und nicht termingerechte Erledigung, wischen Sie damit schnell vom Tisch.

Vergessen Sie nicht die Lehre vom „Maschendrahtzaun“

Die Erfahrung aus Nachbarschaftsstreitereien zeigt, wer das vermeintliche Fehlverhalten anderer dokumentiert, hat am Ende viele Trümpfe in der Hand. Machen Sie sich Notizen über Ort, Anlaß und Zeitpunkt der Wutausbrüche Ihres Chefs.

Nutzen Sie das Auge des Orkans

Machen Sie Ihrem Chef in der Ruhe vor dem nächsten Sturm Ihren Standpunkt klar und lassen Sie ihn wissen, daß Sie schlechtes Benehmen, Beleidigungen und Wutausbrüche nicht tolerieren können, weil das Ihre Arbeit beeinflußt.

 Verzweifeln Sie nicht!

Je eher Sie herausfinden wie ihr Vorgesetzter „tickt“, umso besser können Sie auf seinen Zorn reagieren. Die meisten Bosse fallen in eine oder mehrere der folgenden Kategorien:

Der Kommandeur

Er regiert „seinen Laden“ in Feldherren-Manier. Es gibt für ihn nur Befehle und die, die sie ohne „Wenn und Aber“ ausführen.

Wie sie sich wehren können: Vermeiden Sie offene Konfrontation. Versuchen Sie seinen Anforderungen gerecht zu werden. Wenn dies nicht gelingt, erläutern Sie sachlich Ihren Standpunkt. Erinnern Sie ihn daran, daß vier Augen mehr sehen als zwei.

Der Honigsauger

Dieser Typ setzt Sie unter Druck, um sich bei seinen Vorgesetzten mit Ihrer Leistung zu schmücken.

Wie sie sich wehren können: Gegen den Druck können Sie nicht viel ausrichten. Um jedoch  zu verhindern, daß sich der Chef mit Ihren Federn schmückt, „freuen“ sie sich im Kollegenkreis ruhig öfter über Ihre selbsterlangten Erfolge…

Die Drohne

Er steht allgegenwärtig hinter Ihnen und beobachtet jede Ihrer Bewegungen. Er kontrolliert Ihren Arbeitsplatz, Zeitplan, Ihre Korrespondenz und schreckt nicht davor zurück Ihren PC zu checken.

Wie sie sich wehren können: Erklären Sie Ihrem Vorgesetzen in einem ruhigen Gespräch, daß seine ständige Überwachung unnötig ist, da alle Ergebnisse Ihrer Arbeit ohnehin ersichtlich sind und daß ständige Beobachtung lediglich den worklflow stört. Oder drehen Sie den Spieß um und werden Sie für einige Zeit ebenfalls zu einem „Kontroll-Freak“. Er wird schnell merken, wie sehr ihn das selbst stört.

Der Netzwerker

Wohin sie sich auch wenden, er war schon da. Mit kleinen Aufmerksamkeiten und Gefälligkeiten erkauft er sich vermeintliche Verbündete, die er im Ernstfall gnadenlos gegen Sie antreten lässt.

Wie sie sich wehren können: Hier ist äußerste Vorsicht geboten, da Sie nicht wissen, wem Sie vertrauen können. Beobachten Sie intensiv das Geschehen im Betrieb, bevor Sie darangehen Ihr eigenes Netzwerk zu spinnen.

Der Puppenspieler

Er stellt sicher, daß er die Fäden zieht. Er manipuliert seine Untergebenen um stets die absolute Kontrolle über Ihr Handeln zu behalten.

Wie sie sich wehren können: Sie haben zwei Möglichkeiten. Entweder Sie erkennen seine Autorität an, oder Sie versuchen mit Diplomatie und Einfühlungsvermögen langsam das Vertrauen Ihres Chefs zu gewinnen, um in seinen inneren Zirkel aufgenommen zu werden.

So, und nun können wir Ihnen nur noch eins wünschen: