Den eigenen Lebenslauf aufzubessern kostet Zeit und Muße, ist aber machbar und durch die Hilfe von Freunden und Verwandten – die Probelesen – meistens mit gutem Gewissen erledigt. Doch was muss man beachten, wenn man eine Bewerbung für eine Stelle in einem anderen Land, wie z.B. Großbritannien schreibt? Die Bewerbungsregeln können sich hier schon gewaltig unterscheiden und aus den vielen dubiosen Quellen im Internet ist nicht klar abzusehen, woran man sich letztlich halten sollte. Wir haben nachfolgend ein paar Dos and Don‘ts zusammengefasst, die Licht ins Dunkel bringen sollen um euch dabei zu helfen, einen tadellosen Lebenslauf nach britischem Stil zu schreiben.
Dos – Beispiel für einen gut strukturierten CV:
1. Personal Information – Sollte Vor-/Nachname, Adresse, Telefon/Handynr., sowie Email-Adresse enthalten. Ein kurzes Profil, das eure Erfahrung zusammenfasst, kann Pluspunkte bringen und dabei helfen, aus der Menge herauszustechen. Dieser kurze Paragraph (2-3 Sätze) ist ideal, um die Bewerbung auf eine bestimmte Stelle zuzuschneiden, da für diese relevante Leistungen hier hervorgehoben werden können und dem Leser schon zu Beginn vermitteln, einen passenden Kandidaten ausgewählt zu haben.
2. Professional Experience – Die Auflistung sollte in chronologischer Folge und mit der jüngsten Stelle beginnen. Ideal ist ein „Achievements“ Paragraph für jede Position als Kurzdarstellung eurer bedeutensten Leistungen mit nachweisbarem, messbaren Erfolg z.B.: „Launched new website and increased number of online sales by x%“. Professional Experience sollte bei Berufserfahrenen vor der schulischen/universitären Ausbildung stehen, um die für die Bewerbung relevantesten Punkte so früh wie möglich zu listen, damit dem Leser Relevanz vermittelt wird. Bei Absolventen/Schulabgängern ohne bisherige Festanstellungen können hier relevante Praktika gelistet oder der Ausbildungsparagraph vorgezogen werden.
3. Education – Sollte ebenfalls mit der jüngstens absolvierten Ausbildung beginnen und kann auch Kurse jeglicher Art enthalten. Info: Das deutsche Schulsystem unterscheidet sich sehr vom Englischen, indem trotz G8-Einführung immer noch eine vergleichsweise lange Schulzeit an Gymnasien besteht. Laut Statista betrug das Durchschnittsalter der Studienanfänger in Deutschland 2012 noch 21.8 Jahre. In England wird dagegen bereits mit 18 Jahren schon das Studieren begonnen. Fragen, ob ihr sitzengeblieben seid, oder warum ihr so lange in der Schule wart, können daher durchaus vorkommen, aber einfach geklärt werden.
4. Volunteering – Falls vorhanden kann hier Freiwilligenarbeit sowie soziales Engagement jeder Art aufgelistet werden, da dies auch in England einen positiven Eindruck macht und sich viele Personen sozial engagieren.
5. Skills – Neben den gängigen MS Office Programmen können hier auch Alternative wie z.B. Photoshop oder Google Analytics genannt werden. Diese können je nach Können mit den folgenden Attributen beschrieben werden: expert, advanced, beginner
6. Languages – Hier könnt ihr eure Sprachkenntnisse nach Können auflisten z.B.:
German: Mother tongue
English: Fluent
French: Basic
7. Interests – Diese sollten wie im Deutschen nicht unterschätzt werden, um euch von der Masse abzuheben. Zudem sollten die beschriebenen Hobbies die passenden Charaktereigenschaften für den angestrebten Job reflektieren, d.h. Kapitän eines Sportteams wäre ein gutes Beispiel, um sich für eine Managerstelle zu bewerben in der auch Führungsqualitäten gefordert sind.
Don’ts – Die folgenden Fauxpas sollten vermieden werden:

- Zeugnisse an die Bewerbung anhängen – Dies ist wohl einer der bedeutendsten Unterschiede im Bewerbungsverfahren, der oft nicht beachtet wird. In England werden neben dem CV und Covering Letter (Bewerbungsschreiben) KEINE weiteren Dokumente wie Zeugnisse, Urkunden etc. bei einer Bewerbung mitgeschickt! Diese werden erst relevant, wenn der Bewerbungsprozess abgeschlossen ist und ihr die Stelle angenommen habt. Dann werdet ihr i.d. Regel von der Personalabteilung oder bei manchen Firmen von externen Dienstleistern aufgefordert, Zeugnisse und Bestätigungen für alle im CV gelisteten Leistungen einzureichen die dann erst überprüft werden.
- Foto im CV – Ein weiterer großer Irrtum. In England ist es nicht üblich ein Foto im Lebenslauf zu enthalten, um Diskriminierung vorzubeugen. Dies ist ein großer Pluspunkt für den englischen Bewerbungsprozess, da Kosten für ein professionell gemachtes und i.d. Regel oft unvorteilhaftes Foto entfallen.
- CV Länge – Wie im Deutschen gilt auch hier: In der Kürze liegt die Würze. Auch wenn es schwierig ist sich auf das Wichtigste zu konzentrieren, sollte der CV nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Aufgaben und Leistungen sollten mit Gedankenstrichen/ Gliederungspunkten und in knappen Sätzen erläutert werden.
- Alter im Lebenslauf – Das Alter kann, muss aber nicht im Lebenslauf enthalten sein. Dies kann von Vorteil sein, da mehr auf die Erfahrung geachtet wird; kann jedoch durch die Angaben zur Schul-/Uniausbildung ungefähr ermittelt werden.
- One to please everyone – Den gleichen CV für alle Bewerbungen zu verwenden sollte man vermeiden, da sich die einzelnen Anforderungen unterscheiden, auf die im CV eingegangen werden. Den CV passend für jede Bewerbung zu verändern sollte kaum Zeit in Anspruch nehmen, sobald ihr die erste Version verfasst habt, kann diese schnell individuell angepasst werden.
Hilfreiche Links:
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(Quelle: Careerjourney.co.uk)
