Quelle: CIA Grafik vom April 2010
Im Januar dieses Jahres gab die ILO (International Labour Organisation) eine Meldung heraus, aus der hervorging, daß die globale Arbeitslosigkeit drastisch zunimmt. Danach seien weltweit 200 Millionen Menschen ohne Job, rund 27 Millionen mehr als vor der letzten Finanzkrise.
Schaut man sich die Grafik der weltweiten Arbeitslosigkeit an, fragt man sich zwangsläufig, wie ist es eigentlich möglich, daß Länder wie Mexico oder Thailand null Prozent Arbeitslosigkeit ausweisen, während es in so genannten”1st World Countries“, darunter Deutschland mit 6,8 Prozent, oder 2,905 Millionen (Stand August 2012) Bürgern ohne Beschäftigung gibt?
Wie so oft, ist es eine Frage des Blickwinkels, aus dem man so eine Statistik betrachtet, zu welchem Zweck sie gemacht wurde und zu welchem Anlass man sie interpretiert.
Thailand hatte zum Beispiel laut offizieller Darstellung im Dezember 2011 etwa 171.000 Arbeitslose zu verzeichnen, bei 75.000 offenen Stellen. Das entspricht Rangplatz 73 vor Dänemark und der Schweiz, in einer 112 Länder umfassenden Liste.
170.000 Arbeitslose würden in Deutschland nicht einmal in Beschäftigungsstatistiken auftauchen, weil die Zahl in etwa dem entspricht, was unter die 2 Prozent Rubrik „Jobwechsel“, also die Zeit zwischen Kündigung und neuem Arbeitsbeginn fällt.
Unter den rund 70 Millionen Einwohnern Thailands sind 35 Millionen Arbeitnehmer, aber nur 9 Millionen davon sind bei der Regierung als Einkommenssteuerzahler gemeldet. Man kann davon ausgehen, daß die Mehrzahl davon als Polizisten, Zollbeamte, Lehrer und Verwaltungsangestellte beim Staat angestellt sind. Von den Reichen und Superreichen im Land zahlt kaum jemand (man rechnet mit nicht mehr als 17 %) nennenswerte Steuern.

Das Fußvolk schlägt sich mit „underdog jobs“ durch. Allein in Bangkok gibt es eine halbe Million Garküchen, hunderttausend Motorrad Taxi-Fahrer, Flaschensammler und Leute die für 200 Baht (€ 5,08) am Tag in den „sweatshops“ arbeiten, um Anzüge zu schneidern, Teddybären herstellen, oder Lieferantendienste erledigen, von den unzähligen Bargirls, von denen einige wenige zum Teil erheblich mehr Einkommen haben, einmal abgesehen.
Zigtausende stationäre oder mobile Händler sind täglich auf den Straßen unterwegs. Wenn die oben abgebildete Frau in zwei Tagen ihr gesamtes Gemüse verkauft hat, hat sie mehr verdient als sie jemals als ungelernte Hilfskraft für einen Monat Arbeit bekommen hätte.
Um in Deutschland einen Würstchenstand, oder eine mobile Suppenküche zu betreiben, bedarf es einer Menge gebührenpflichtiger Genehmigungen und es gibt immer irgendwelche Auflagen des Ordnungsamts zu erfüllen. Die Verordnungen erfüllen in einem Land wie Deutschland zwar zum größten Teil ihren Sinn und Zweck , aber sie wirken auch als Bremse, wenn es darum geht sich aus der Arbeitslosigkeit zu befreien. Wen wundert es da, wenn sich einige Arbeitslose wie ein Arno Dübel verhalten, anstatt sich selbst ein paar Euro zu verdienen?

Es muss Millionen Motorbike Taxifahrer in Thailand geben, die ohne Ausbildung und somit ohne Jobchancen sind, sich aber ihren Lebensunterhalt verdienen. Außer der Lizenzweste, die jemanden als offiziellen Motorbike Jockey ausweist, den Obolus für den lokalen Mafiosi und Spritkosten geht der Tagesverdienst in die eigene Tasche. Man zahlt keine Steuern, keine Sozialabgaben und keine Versicherung. Im Krankheitsfall hilft die Familie aus, bis man wieder in den Sattel kommt.
Ein Anfänger im Polizeidienst verdient etwa 7.800 Baht (€198,-) im Monat. Jemand der Fleischspiesschen für 7 Baht (17 € Cent) an der Straßenecke verkauft, kann auf das Dreifache kommen…

Um in der Rubrik der Arbeitslosen aufzutauchen, müssten diese Leute mindestens 6 Monate in steuerpflichtiger Festanstellung gewesen sein, um Anspruch auf 50 % ihres letzten Gehalts für bis zu 180 Tage zu erhalten. Bei einem immensen Verwaltungsaufwand und sehr wahrscheinlicher Korruption von Seiten der Sachbearbeiter, lohnt sich der Aufwand einer Antragsstellung kaum. Im Land herrscht immer noch Verwirrung über die vor den Wahlen angekündigte Einführung eines Mindestlohns von 300 Baht (€ 7,62) pro Arbeitstag, die aber erbitterten Widerstand bei den Arbeitgebern auslöste und somit nicht zum Tragen kommt.
Fazit: Null Prozent Arbeitslosigkeit funktioniert nur, wenn der Staat sich der Fürsorgepflicht gegenüber seiner Bürger entzieht und diese im Gegenzug dafür aber auch keine Steuern bezahlen.

