Hier eine Geschichte, die nur bedingt mit dem Arbeitsmarkt in Deutschland in Verbindung steht, aber vielleicht ändert sich das bald. Die Möglichkeit besteht. Zumindest, wenn das Beispiel eines gewissen „Bob“ (sein richtiger Name wird geheimgehalten) aus den USA Schule macht.
Beim outsourcing werden teure oder selbst nicht effizient ausführbare Arbeiten bevorzugt in Billiglohnländer vergeben, um den Unternehmen Kosten zu sparen. Die Lufthansa macht es, ebenso die großen Automobilhersteller und der IT-Outsourcing-Markt hat in Deutschland ein Volumen von rund 8–10 Milliarden €. Alles nach dem Motto: „Do what you can do best – outsource the rest.“
Der Protagonist dieser Geschichte ist ein amerikanischer Programmierer, der für ein sechsstelliges Jahresgehalt bei einer Firma im Bereich „critical infrastrucure“ tätig war. Die Aufgabe eines solchen Unternehmens besteht darin, Kraftwerke, Staudämme, Flughäfen und Verkehrsüberwachungssysteme störungsfrei arbeiten zu lassen.
Bob’s Geschichte stammt aus einer Fallstudie des US Telekommunikationsunternehmens Verizon, das von seinem Arbeitgeber im Mai 2012 kontaktiert wurde, um dabei zu helfen eine Anomalie im Computer-System des Unternehmens aufzuklären. Dabei wurde Verizon auf einen Mitarbeiter aufmerksam, der als ruhiger, harmloser Familienvater Mitte vierzig beschrieben wurde, der über umfangreiche Kenntnisse in den Programmiersprachen C + + , Perl, Java, Ruby, PHP und Python verfügt. Der Bericht sagt weiter, er sei eine Person der man im Fahrstuhl keines zweiten Blicks würdigen würde.
2010 begann Bob’s Firma damit ihren IT-Mitarbeitern an bestimmten Wochentagen die Arbeit von Zuhause aus zu erledigen, wobei sie Zugang zum virtuellen Netz des Betriebes erhielten. Als Verizon 2012 damit begann die Netzaktivitäten zu beobachten, entdeckten die Sicherheitsexperten eine ständig offene Verbindung zu einem Netzwerk in der chinesischen Stadt Shenyang.
Das Ergebnis löste eine starke „Verunsicherung“ bei den Experten aus. Immerhin ist das Reich der Mitte bekannt für globale Hacker-Angriffe und man nahm zunächst an, daß Bob diesen Angriffen zum Opfer wurde. Eine kritische Situation für ein Unternehmen das dazu beauftragt ist kritische Infrastruktur zu schützen. Es wurden dann jedoch hunderte Rechnungen einer chinesischen Consultingfirma an Bob auf seinem Computer gefunden. Der harmlose Bob hatte über Jahre 50.000 US$ (weniger als 20 Prozent seines Gehalts) pro Jahr an die Firma gezahlt, um seine Arbeit zu erledigen, während er in seinem Büro saß um im Internet zu surfen und sich stundenlang Katzen Videos anzusehen. Er verschickte via FedEx einen Token in Richtung aufgehender Sonne, ein Gerät in der Größe eines Thumb Drives, das den Zugang zu seinem Computer durch einen im Minutentakt wechselnden Sicherheitsodes sichern sollte.

Ein typischer Arbeitstag im Leben eines cleveren Outsourcers
09:00 Uhr – Ankunft am Arbeitsplatz, surfing der Reddit Website und zwei Stunden Katzen Videos anschauen.

11:30 Uhr. – Mittagspause
13:00 Uhr – Ebay Zeit.
14:00 – Uhr Facebook updates und LinkedIn surfing
16:30 Uhr. – Ende der updates e-mail an das management.
17:00 Uhr – Feierabend
Ohne Fleiß kein Verschleiß
Laut Bobs Arbeitgeber hat er über lange Zeit hervorragende Arbeit geliefert und wurde als „der beste Entwickler im Hause“ bezeichnet! Verizons Bericht gibt keine Auskunft darüber, ob Bob entlassen, oder eventuell befördert wurde. Ebenso unbekannt ist, ob die Firma vielleicht kürzlich einen talentierten Programm-Entwickler aus China, mit einem geringeren Gehalt eingestellt hat. Im günstigsten Fall kommt die alte Weisheit zur Anwendung: Wer faul ist schafft Arbeitsplätze.
Fazit:
Wäre der schlaue Bob nicht gar zu faul gewesen und hätte die auf Facebook vertrödelte Zeit in seine Privatwohnung outgesourced, hätte er sich eine Menge Unannehmlichkeiten ersparen können. Die Zeit hätte gereicht, die zuhause empfangenen und auf einen Thumb Drive gespeicherten Ergebnisse seiner China-Connection, in das Netz seines Arbeitgebers zu laden.
Ob Bobs Modell von Arbeit im „Energiesparmodus“ deutschlandkompatibel ist und wie in so einem Fall die Rechtslage beschaffen ist, werden wir in einem weiteren Blogpost erörtern…
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