Trotz des aktuell ungewöhnlich großen Angebots an offenen Stellen, müssen Diplomanden und Berufseinsteiger sich einem harten Konkurrenzkampf stellen, um einen der begehrten Jobs für sich zu sichern. Unterscheidet man nicht nach Fachrichtungen, schreibt ein Bewerber im Durchschnitt derzeit 45 Bewerbungen, bis er zum Erfolg kommt. Die Anzahl von Bewerbern auf eine Stelle kann je nach Berufsgruppe zwischen 3 und über 50 liegen. Eine Durchschnittsangabe wie in Großbritannien, war von der Arbeitsagentur in der BRD nicht zu bekommen. Die Zahl dürfte jedoch in Deutschland, ähnlich wie im Vereinigten Königreich, bei 23 für Diplomanden und etwa doppelt so viele für Berufseinsteiger liegen.
Ein interessanter Lebenslauf und Berufserfahrung werden von den meisten Unternehmen vorausgesetzt. Aber wo sammelt ein Berufseinsteiger die gewünschten Erfahrungen? Praktika bieten dazu die besten Möglichkeiten. Man bekommt einen „Insider“ Einblick in die Branche, den jeweiligen Betrieb und den anvisierten Beruf. Außerdem bietet sich die Chance Mitarbeiter in Schlüsselpositionen bei der Job-Vergabe persönlich kennenzulernen. Netzwerke und Kontaktpflege sind wichtige Bestandteile jedes Praktikums. Oftmals werden erfolgversprechende Praktikanten auch nach Ende des Praktikums im Unternehmen eingestellt. In den meisten Fällen kommt es zu einer „win/win“ Situation zwischen den Parteien, in der ein Praktikant die Firma kennenlernt und der Betrieb potentielle Mitarbeiter sondieren kann. Ein Berufspraktikum dauert in der Regel zwischen drei und sechs Monate.
Die acht verschiedenen Arten des Praktikums
„Schnupperpraktikum“
Hauptsächlich von Jugendlichen in Anspruch genommen, die noch zur Schule gehen. Entgegen einem alten Vorurteil, wonach man nur als Hilfsarbeitskraft eingesetzt wird, binden die Betriebe die Praktikanten tatsächlich in Betriebsabläufe ein. In diesem Fall kann der Praktikant hinter die Kulissen der Arbeitswelt schauen und seinen Berufswunsch in der Praxis reflektieren. Meist dauert diese Variante nur ein paar Tage.
Schüler Betriebspraktikum
Ein meist 14-tägiges Praktikum, daβ gemeinsam mit den Schulen für Jugendliche der Abschluβklassen organisiert wird.
Praxissemester zählen in einigen Fachrichtungen zu festen Bestandteilen des Studiengangs. Dementsprechend ergibt sich die Dauer aus der jeweiligen Prüfungsordnung. Ziel ist es, Studierenden zu ermöglichen, erworbenes theoretisches Wissen erstmals in der Praxis zu testen.
Annerkennungspraktikum
Unter anderem fester Bestandteil (Pflichtpraktikum) in pädagogischen Berufen wie Erzieher und Sozialarbeiter. Aber auch Krankengymnasten und medizinische Bademeister absolvieren es, um in dieser einjährigen Variante Theorie und Praxis zu verbinden und Kenntnisse und Fähigkeiten auszubauen.
Freiwilliges studienbegleitendes Praktikum
Ähnlich wie ein Vor- oder Fachpraktikum, jedoch auf freiwilliger Basis. Die Dauer richtet sich ebenfalls nach den dafür Vorgesehenen Richtlinien des Studiengangs.
Auslandspraktikum
Dient in erster Linie der Vervollkommnung von Sprachkenntnissen und gibt der bisherigen Ausbildung einen internationalen Touch.
Schiffspraktikum
Besonderes Praktikum für Absolventen nautischer Studiengänge, in denen Theorie an Land und Praxis auf See weit auseinanderliegen.
Volontariat
Ein Volontär, ist jemand, der in einem Betrieb (meist im Medienbereich) zur Ausbildung gegen geringes Entgelt arbeitet, aber nicht in einem Lehrverhältnis steht.
Rechte & Pflichten im Praktikum
Anlässlich der Ereignisse um den US Medien Verlag Hearst und Fox Filmed Entertainment, die beide von Praktikanten verklagt wurden, weil sie laut Anklage keine Ausbildung geboten haben, sondern sich lediglich unbezahlter Arbeitskräfte bedienten. Hier drei links zu Erläuterungen der rechtlichen Situation in Deutschland, vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dem Bundesministerium für Forschung und Bildung und dem DGB:
Pflichtpraktika von Berufsfachschülern in Vollzeit schulischer Berufsausbildung
Je nach Fachrichtung und Schulform reicht die Dauer von drei Tagen pro Woche bis zu mehrmonatigen Blockpraktika. Die Tätigkeitsfelder werden von der jeweiligen Schule vorgeschrieben.
Pflichtpraktikum während des Studiums
Diese Bestimmungen und Regelungen ergeben sich aus der Studien- oder Prüfungsordnung und aus anderen landes- bzw. bundesrechtlichen Vorschriften
Informationen vom Deutschen Gewerkschafts Bund (DGB) (hier klicken)
Sechs Unternehmen, die attraktive Praktikantenstellen anbieten
Das 1876 gegründete Unternehmen gehört zu den weltweiten Marktführern in den Bereichen Wasch-und Reinigungsmittel – Kosmetik, sowie Körperpflege und Klebstoff-Technik.
Besonders geeignet für Berufseinsteiger und Absolventen, die sich international orientieren möchten, da von den 48.000 Mitarbeitern des Konzerns rund 80 Prozent im Ausland arbeiten. Die Hauptproduktionsstätten in Deutschland, liegen in Düsseldorf und Hamburg.
Nach individueller Zielvereinbarung bietet das Unternehmen Praktika von drei bis sechs Monaten an. In einem „Double-In-Programm“ bei dem Sie ein Mentor begleitet, können Sie mit anderen Praktikanten auch fachübergreifende Erfahrungen sammeln. Daneben bietet Henkel ein „Trackie-Programm“ mit Leadership-Seminaren, Innovationsworkshops und Crosscultural-Awareness-Trainings an.
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Die Umweltschutzorganisation bietet ökologisch Engagierten die Möglichkeit, zweimonatige oder längere Praktika in der Hamburger Zentrale zu absolvieren. Wie immer bei „Non Profit-Organisationen, “ liegt der Fokus auf dem Wort „engagiert“, denn das Praktikum wird nicht vergütet. Greenpeace stellt aber die Unterkunft zur Verfügung und erstattet die Kosten für An- und Abreise mit der Bahn und für den öffentlichen Nahverkehr.
Die Aufgaben der Praktikanten variieren je nach Bereich. Meist geht es jedoch darum, schriftliche und mündliche Anfragen zu bearbeiten, Informationen zu sammeln und zu vermitteln.
Interessanter scheint jedoch die Alternative, bei Greenpeace ein Freiwilliges ökologisches Jahr zu absolvieren, daβ als Wartezeit auf einen Studienplatz und als Praktikum für einige Ausbildungen bzw. Studiengänge anerkannt wird.
Bewerben können sich Personen im Alter von 16 bis 27 Jahren. Die Bedingungen: Dauer: 1 Jahr. Start: 1. August. Bewerbungsfrist: bis 31. März, Vergütung: Monatliches Taschengeld (ca. 155,- Euro) und Verpflegungsgeld (200,- Euro), Sozialversicherung, Kindergeld, Fahrkostenerstattung, Seminarbeiträge. Greenpeace stellt die Unterkunft zur Verfügung. Urlaub: 26 Tage/Jahr.
Auch das Umweltbundesamt bietet Praktikumsstellen an: www.umweltbundesamt.de
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Das 160 Jahre alte Unternehmen fertigt Industrie- und Energieanlagen, ist auf dem Gesundheitssektor tätig und bietet Infrastrukturlösungen an. Weltweit sind inzwischen über 360.000 Mitarbeiter für Siemens tätig. Mit Hauptsitz in München bietet der Konzern eine breite Palette unterschiedlicher Praktika im In- und Ausland an. Je nach Anforderung der Universitäten und verschiedener Fachrichtungen, können ein freiwilliges Praktikum, Pflicht-, Grund- oder Hochschulpraktika, Fachpraktika oder praktisches Studiensemester absolviert werden. Die normale Dauer variiert zwischen drei und sechs Monaten, aber es besteht die Möglichkeit, sich auch für kürzere Voll- und Teilzeitpraktika zu bewerben. Daneben gibt es Schülerpraktika, The Siemens Student Program TOPAZ und das Mentoring-Programm YOLANTE. Das Unternehmen zahlt für jedes Praktikum eine Vergütung.
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Daimler und Tochterunternehmen sind über den ganzen Erdball verstreut, die Praktika von Amerika bis Vietnam anbieten. Die Bandbreite des Unternehmens ermöglicht Praktika in verschiedenen Fachrichtungen vom Ein- und Verkauf über Produktionstechnik, bis zu alternativer Technologie. Ebenfalls im Angebot ist ein spezielles standortübergreifendes Studienförderprogramm: „Daimler Student Partnership.“ Dazu gibt es Förderprogramme international – Sponsorship für Top Studierende in China, ein TOPP Graduate Program – Studienabschluss in Südafrika und das Daimler Studienförderprogramm – Daimler Student Partnership Programm (dsp).
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Die Kranich Airline bietet jährlich über 1200 Studierenden Praktika in allen Unternehmensbereichen im In- und Ausland. Im Angebot sind Hochschulpraktikum, Rechtsreferendariat und Schülerpraktika. Neben den kaufmännischen Bereichen können Schüler Erfahrungen im Catering, oder der Lufthansa Technik sammeln.
Wer das Unternehmen im Praktikum überzeugt, hat die Chance, an einem der Bindungs- und Förderprogramme teilzunehmen, um sich für ein Auslandspraktikum zu qualifizieren. Dauer der Praktika: drei bis sechs Monate. In den ersten drei Monaten beträgt die Vergütung 650,- und ab dem vierten Monat 750,- Euro. Bewerbungen sind drei bis vier Monate im Voraus abzugeben.
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Wer sich noch in der Orientierungsphase befindet, aber mit dem Gedanken spielt journalistisch tätig zu werden, dem bietet der gröβte Zeitungsverlag Europas die Möglichkeit den Mediensalltag in einem Redaktionspraktikum kennenzulernen. Gefragt sind ambitionierte Abiturienten und Studenten in den Anfangssemestern. Der Verlag bietet eine unglaubliche Vielfalt an Redaktionen in denen man erste Medienerfahrung sammeln kann. Neben den groβen Standorten Berlin und Hamburg, sind auch Praktika in den Auβen- und Lokalredaktionen von BILD möglich. Für die vierwöchigen Praktika gibt es keine Vergütung.






