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Warum sollte man ein Gegenangebot ablehnen?

Endlich! Du hast dich erfolgreich für einen neuen Job beworben, der neue Vertrag ist unterschrieben und alles, was noch zu tun ist, ist deinem Chef die Kündigung zu überreichen. Der ist jedoch überhaupt nicht begeistert und bietet dir eine Gehaltserhöhung, mehr Vergünstigungen und sogar einen besseren Schreibtischplatz an, so lange du nur nicht gehst. Warum dies einige gefährliche Fallstricke mit sich bringen kann und du ein Gegenangebot in den wenigsten Fällen annehmen solltest, sieht du hier.

  1. War dein Gehalt der einzige Grund, warum du dir einen neuen Job gesucht hast? Eine Gehaltserhöhung ist schön und gut, aber was wenn der wahre Grund für deine Kündigung dein Aufgabenfeld, deine Kollegen oder deine Karriereaussichten sind? Überlege dir gut, ob €300 mehr im Monat alles andere aufwiegen oder eher nur kurzfristig Zufriedenheit schaffen und du langfristig unglücklich bleibst.

 

  1. Die Frage ist doch: Wie sehr schätzt dein Chef dich wirklich, wenn ihn erst deine drohende Kündigung dazu bewegt, dir ein besseres Gehalt oder flexiblere Arbeitszeiten anzubieten? Chefs machen für gewöhnlich aus 3 Gründen Gegenangebote: Ihnen wird klar, dass sie dich unterschätzt haben, sie wollen die Kosten der Neurekrutierung vermeiden und sie wollen schwer ersetzbare Spezialisten und deren Fachwissen nicht verlieren. Frage dich selbst: Wer profitiert mehr von dem Gegenangebot, du oder die Firma, die dich nicht ersetzen muss?

 

  1. Chefs haben ein gutes Gedächtnis. Die Tatsache, dass du dich bei anderen Firmen beworben hast, wird deinem Chef im Kopf bleiben und kann dich bei späteren Beförderungen und Gehaltsverhandlungen benachteiligen. Würdest du jemandem eine höhere Position anbieten, der die Firma vor kurzem eigentlich verlassen wollte? Eher nicht, stattdessen wird der als „loyal“ gesehene Kollege die Beförderung ergattern.

 

  1. Vergiss nicht die andere Firma, deren Jobangebot du eigentlich schon angenommen hast! Erinnere dich, warum du dich grade bei dieser Firma beworben hattest und was sie dir im Gegensatz zu deiner aktuellen Firma bieten kann. Darüber hinaus wirst du dich nicht unbedingt beliebt machen, wenn du den neuen Job aufgrund des Gegenangebots ablehnst.

 

Fazit: Ein Gegenangebot ist verlockend, es aber anzunehmen schadet dir in den meisten Fällen langfristig. Studien von Sabine Straub und Mark Wilkinson zeigen, dass 50% derer, die ein solches Gegenangebot annehmen, nach 2 Monaten wieder auf der Suche sind. Nach 6 Monaten sind es sogar 90%! Bevor du also deine Kündigung einreichst, solltest du eine verbindliche Entscheidung treffen, in dem du das große Ganze im Auge behältst und deine Karriereentwicklung nicht vergisst.