Wie der Titel schon vermuten lässt, gibt es einige Berufe, die in der Krise weiterhin, oder sogar besonders gebraucht werden. Aktuell liegt die Arbeitslosenzahl mit 3,1 Millionen und einer Quote von 7,3% deutlich unter der von 2005 (11,2%). Im allgemeinen Trend sinkt also die Arbeitslosigkeit, im Gegensatz zu Amerika oder Südeuropa. Deutschland hat die Finanzkrise bisher relativ glimpflich überstanden, doch immer mehr Berufseinsteiger wollen Sicherheit in ihrem Beruf.
Einige Fakten sind allseits bekannt: Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist niedriger als beim Rest der Bevölkerung (Arbeitslosenquote 2011 bei 2,4%, nahe Vollbeschäftigung), Beamte können nicht entlassen werden und Gefängniswärter und Bestatter werden in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit sicher als letztes abgeschafft.
Es gibt allerdings noch eine ganze Reihe anderer Verdienstmöglichkeiten, die krisenfest sind.
Eine Zunahme der Privat-Insolvenzen beschert Gerichtsvollziehern und Sperrkassierern viel Arbeit. Um den Familien aus der Krise zu helfen und neue Perspektiven aufzuzeigen, werden Sozialarbeiter und Sozialpädagogen gesucht. Leider ist das Einkommen in letzterem Bereich nicht allzu hoch.
Die Alterspyramide Deutschlands hat sich mittlerweile eher zu einem Pilz entwickelt. Die Arbeitslosigkeit soll sich bis 2013 halbieren, denn es gibt weniger deutsche Arbeitskräfte. Auf Deutschland schwappt eine heftige Pensionierungswelle zu. Viele Menschen scheiden, trotz Erhöhung des Rentenalters, früh aus dem Arbeitsleben aus. Oft fehlen auch Nachfolger für die Übernahme von Unternehmen. Besonders Fachkräfte und Handwerker werden gebraucht, denn immer mehr Jugendliche strömen in die Unis. Mit reiner Kopfarbeit lassen sich allerdings weder Häuser bauen, noch Schuhe flicken.
Besonders in Norddeutschland werden demnächst viele evangelische Pfarrer in Rente gehen und Nachfolger werden händeringend gesucht. Weiterhin hat man generell mit einer guten Ausbildung in ländlichen Regionen, sei es als Handwerker, Metzger oder Arzt, sehr gute Chancen.

Durch den höheren Altersdurchschnitt und die zunehmende Lebenserwartung werden in „weißen Berufen“ mehr Mitarbeiter benötigt. Dazu gehört der gesamte Gesundheitssektor, einschließlich Pflegepersonal, aber auch die Medizintechnik. Allein jeder neunte arbeitet in Deutschland bereits im Gesundheitswesen.
Viele Unternehmen haben mittlerweile umfassende Computer-Netzwerke und kleine Fehler können die gesamte Produktion lahm legen. Programmierer und Datenbank-Administratoren sind sehr willkommen. Wichtig ist hier eine sehr gute Ausbildung und ein umfassendes Wissen über Computerprobleme aller Art, um sich gegen ausländische Spezialisten durchsetzen zu können.
Fremdsprachenkenntnisse sind mittlerweile ein Muss in zahlreichen Berufen. Dadurch haben auch Zugezogene mit Sprachkenntnissen für Nischenmärkte bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, denn auch die alternde Immigrations-Generation muss betreut werden.
Das Steuersystem wird sich auch in den nächsten Jahren nicht nachhaltig lichten. Wirtschaftsprüfer, qualifizierte Buchhalter und Steuer-Spezialisten finden also mit großer Wahrscheinlichkeit eine Anstellung.
Egal welchen Bereich Sie anstreben: Gute Qualifikation wird immer wichtiger – was aber nicht heißt, sein halbes Leben im Hörsaal verbracht haben zu müssen. Handwerkliche Fähigkeiten, Sprachkenntnisse und Talent in sozialer Kommunikation sind ebenso Schlüssel zum Erfolg. 